Interaktive Verpackung der Zukunft – wie gedruckte Elektronik das Verpackungsdesign beeinflussen kann

Visuelle Trends und technologische Innovationen beeinflussen das Design der Produkte und der Verpackungen. In diesem Artikel sprechen wir über die Zukunftsverpackungen mit gedruckter Elektronik. Wir präsentieren Beispiele von Innovationen im Verpackungsdesign und zeigen 

Gedruckte Low-Cost-Elektronik

Gedruckte Elektronik (printed electronics) bezeichnet elektronische Bauelemente, Baugruppen und Anwendungen, die vollständig oder teilweise mittels Druckverfahren hergestellt werden. Im Vergleich zur konventionellen Mikroelektronik zeichnet sich die gedruckte Elektronik durch eine einfachere, flexiblere und vor allem kostengünstigere Herstellung aus. Sie ermöglicht den Einsatz von Elektronik an neuen Orten. Dabei entstehen natürlicherweise neue Produkte, Designs und ganze Geschäftskonzepte. Gedruckte Elektronik kann auch vorhandene Elektronik und Elektrik verbessern, indem entweder einige Komponenten oder Filme durch billigere, robustere Alternativen mit höherer Leistung ersetzt werden. Grundsätzlich soll sie elektronischen Anwendungen eine wesentlich größere Verbreitung, Vernetzung und Durchdringung auch im Alltag ermöglichen.

Laut IDTechEx1 war die Marktgröße der gedruckten Elektronik in 2020 bereits 41,2 Milliarden USD und ist als Trendtechnologie stets am Wachsen. 

Unternehmen wie Ynvisible Interactive2 und Inuru3 präsentieren zum Beispiel elektronische Displays, die in mehreren Branchen flexibel umgesetzt werden können. Es gibt unzählige Möglichkeiten, wie diese Displays unseren Alltag ändern können. Wir fokussieren uns allerdings auf Konsumgüter, vor allem auf Lebensmittel.

Anwendungsbeispiel: Design flexibler Mindesthaltbarkeitsdaten auf Verpackungen

Konventionell wird das Mindesthaltbarkeitsdatum (MHD) auf die Verpackung gedruckt. Die Festlegung des Mindesthaltbarkeitsdatums liegt im Ermessen des Herstellers. Es gibt keine vordefinierten Formeln. Sogar bei gleichartigen Produkten kann es sein, dass verschiedene Hersteller unterschiedliche Mindesthaltbarkeitsangaben haben. Da es sich um ein Mindesthaltbarkeits – und nicht um ein Verfallsdatum wie bei Medikamenten handelt, sind die Lebensmittel in der Regel auch nach dem angegebenen Datum noch verzehrbar, bei optimaler Lagerung oft auch noch sehr viel später. In der Wirklichkeit werden viele Lebensmittel nach diesem Datum allerdings ungeöffnet weggeworfen. 

Foto: Ynvisible Interactive MHD Displays

Mit Hilfe von gedruckten elektronischen Displays können die festen Mindesthaltbarkeitsangaben je nach Produktzustand flexibel geändert werden. So kann die Lebensmittelverschwendung reduziert werden. Auf der anderen Seite können die frühzeitig verdorbene Lebensmittel mit smart Displays richtig gekennzeichnet werden.

Anwendungsbeispiel: Synchronisieren von online und offline Angeboten und Preisen

Viele Unternehmen nutzen bereits elektronische Preisschilder, um online und offline Preise in Echtzeit zu harmonisieren, sowie auf Angebote von Wettbewerbern auch lokal schnell reagieren zu können. Gedruckte Elektronikdisplays können eine praktische und kostengünstige Alternative von vielen LED oder LCD Preisschildern werden. Zudem senken sie die Zeit von redundanten Aufgaben der Mitarbeiter (Preisschilder neu drucken und wechseln) und ermöglichen mehr Zeit für die direkte Kundenkommunikation und bessere Kauferfahrung im Offlinehandel.

Anwendungsbeispiel: Design von leuchtenden und interaktiven Etiketten

Das innovative SaralNFC© LightPaper ist eine Technologie von Saralon4 für intelligente und vernetzte Verpackungs- und Druckmedienanwendungen, wie z.B. intelligente Etiketten. Diese Etiketten können mit NFC-fähige Smartphones leuchtende Designs auf Papier auslösen und bestimmte Links auf ihren Displays öffnen, z. B. Online-Shops, Umfragen oder Social-Media-Profile. Dabei ist es nicht notwendig, eine neue App zu entwickeln. Die Etiketten funktionieren ohne Batterien und können sowohl offline als auch online vernetzt werden. Auch die Firma Inuru präsentiert kreative Ideen von interaktiven Etiketten mit Lichtpapier, wie z.B. diese Coca-Cola-Flaschen mit leuchtenden Lichtschwertern für die Star-Wars-Filmkampagne:

Fazit 

Elektronik ist nicht mehr nur flach und verdrahtet. Flexible Displays mit extrem geringem Stromverbrauch und mehreren Farboptionen eröffnen neue Gestaltungsmöglichkeiten und unterstützen innovative Designs von Produkten und Verpackungen.

Tipps für Unternehmen, die mit gedruckter Elektronik ihre Produkte verbessern und ihren Umsatz steigern möchten:

  • Marktanforderungen verstehen und individuelle Anwendungsbeispiele erarbeiten
  • Durch Identifizierung der optimalen Materialien / Geräte / Komponenten für die umsatzstärksten Anwendungen Investitionsrisiken kalkulieren und ggf. minimieren
  • Über- und Unterangebote analysieren
  • Unternehmen in der gesamten Wertschöpfungskette identifizieren und auf Potenzial bewerten
  • Mit Partnern, Lieferanten, Kunden und Verbrauchern kommunizieren und zusammenarbeiten 
  • Die bis jetzt erfolgreichen (und scheiternden) Geschäftsmodelle identifizieren und analysieren. 

Quellen:

  1. IDTechEx
  2. Ynvisible Interactive
  3. Inuru
  4. Saralon
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