4 Ideen und 1 Buch für nachhaltiges Produktdesign

In diesem Artikel analysieren wir vier Möglichkeiten, Produkte und Verpackungen nachhaltig zu gestalten. Dabei lernen wir folgendes:

  • Wie Kosten mit nachhaltigem Produktdesign reduziert werden können
  • Wie Lebenszyklus von Produkten verlängert werden kann
  • Wie Recycling in Verpackungsdesign das Produkt innovativer vorstellen kann
  • Wie Nachhaltigkeit auch in der Luxusbranche möglich ist
  • Was sind Slow Use und  modulare Produkte

Schon in 1970 hat Victor Papanek in seinem Buch Design for the Real World1 Folgendes geschrieben:

„Design muss zum innovativen, kreativen und interdisziplinären Instrument werden, das den wahren Bedürfnissen der Menschen gerecht wird. (…) Es muss sich mehr an der Forschung orientieren, und wir dürfen unseren Planeten nicht länger mit schlecht gestalteten Objekten und Bauten verschandeln.“

Heute zählt sein Buch international zu den meistgelesenen Designbüchern aller Zeiten. Papaneks Kritik, dass Gegenstände in der Regel zu teuer und schlecht gestaltet sind und dass sie statt auf menschliche Bedürfnisse eingehen meist eher marktwirtschaftlichen Interessen unterliegen, ist heute mehr als relevant und nicht mehr nur für eine spezielle Gruppe offensichtlich

Gemeinsam schauen wir uns 4 Beispiele von Nachhaltigkeit in Produkt- und Verpackungsdesign zur Inspiration an.

Mit Nachhaltigkeit Kosten reduzieren – Clever Little Bag von Puma

Oft ist es der einfachste Weg etwas nachhaltiger zu machen, etwas an dem Produkt zu reduzieren. Papaneks KISS (Keep it simple, stupid) Prinzip hilft uns dabei, das Produkt auf das Wesentliche zu reduzieren und die Verpackung zu vereinfachen. Das beste Beispiel ist das Clever Little Bag oder Fuse Projekt von Puma2:

Diese Box war die einfachste und effizienteste Lösung von vielen für die Reduzierung der Probleme, die Verpackungsmüll und CO2 Ausstoß verursachen und spart sogar Produktionskosten für Puma.

Tipps, um Verpackungen zu vereinfachen:

  • Nur eine Farbe verwenden
  • Ein Material statt eine Kombination aus mehreren nutzen
  • Existierende Materialien nutzen statt neu zu produzieren

Wie kannst du deine Verpackung einfacher gestalten? Kontaktiere uns, um mit uns zusammen zu brainstormen.

Lebenszyklus des Produktes mit smarter Verpackung verlängern

Foto: True fruits

Noch eine Möglichkeit, die Verpackung nachhaltiger zu machen ist die Wiederverwendung des Produktes mit cleverem Design zu unterstützen. Unternehmen wie Lush3 und True Fruits Smoothies4 unterstützen die Wiederverwendung der Verpackungen, indem sie entweder einen Nachfüll-Service anbieten oder Aufsätze, um die Verpackung für andere Zwecke einfach umzuwandeln:

Hier noch ein Beispiel einer nachhaltigen Verpackung aus Kork: Nachhaltige Verpackung: Wie du deine Verbraucher dazu ermutigen kannst, deine Produktverpackung zu recyceln.

Tipps, um Verpackungen wiederverwendbar zu machen:

  • Mindestens eine Idee klar kommunizieren
  • Rabatte und Prämien anbieten, wenn die Kunden die alten Verpackungen zurückbringen oder wiederverwenden
  • Zusätzliche Hilfsmittel wie Aufsätze anbieten

Wie kannst du die Lebenszeit deiner Verpackung verlängern? Kontaktiere uns, um mit uns zusammen zu brainstormen.

Pollution to Solution mit Nike – Verpackung aus recycletem Plastik

Ein gutes Bespiel, wie Müll ein neues Leben bekommen könnte, ist Nikes 2017 Air Max Verpackung aus recycletem Plastik5.

Das modulare Verpackungsdesign des visionären CEO von Miniwiz Arthur Huang6 ist nicht nur umweltfreundlich sondern ermöglicht auch die Verwendung der Verpackungen als stapelbare, ineinander greifende Komponente in einem Produktdisplay oder Aufbewahrungssystem. Die Air Max Box wurde aus einem einzigen Prozess aus Polypropylen ohne zugesetzte Chemikalien unter Verwendung von Weg-Werf-Materialien wie Orangensaftbehältern und Kaffeedeckeln hergestellt7.

Nachhaltiges Produktdesign in der Luxusbranche

Auch High Fashion und Haute Couture versucht, zu upcyceln. Eine Capsule Kollektion aus 80 Modellen präsentierte das Modehaus Miu Miu in 20208. Die „Upcycled by Miu Miu“ Modelle wurden aus alten Fundstücken aus den 1930-er- bis 1980-er-Jahren von Hand auf- und umgearbeitet. Damit zeigt das Unternehmen, dass Nachhaltigkeit und Luxus sich nicht widersprechen und sogar gut kompatibel sein können.

Einige Designer wie Walid Damirji versuchen sogar 0-Waste Produkte aus Vintage-Stoffen zu kreieren9. Diese französischen Stühle aus dem 19. Jahrhundert wurden zum Beispiel mit Klavierschalseidenstickerei aus dem 19. Jahrhundert gepolstert. Damirji nutzt Stoffe aus aller Welt: recycelte Felle, französische Baumwolle, chinesische Seide, etc. und nutzt verschiede Methoden, um aus diesen Stoffen Kleidung und Accessoires herzustellen.

Tipps, um Recycling der Verpackungen zu unterstützen:

  • Mindestens ein Material recyceln
  • Limitierte Kollektionen für High-End Kunden anbieten
  • Verwendung von konventionellen Materialien hinterfragen und nach Alternativen suchen

Wie kannst du dein Luxus Produkt nachhaltiger gestalten? Kontaktiere uns, um mit uns zusammen zu brainstormen.

Slow Use und modulare Produkte

Fast Fashion und viele andere Branchen präsentieren stets neue Konsummöglichkeiten. Sie ermutigen uns dazu, ständig neue Produkte zu kaufen, die oft nur eine sehr kurze Lebensdauer (Trend-Produkte) und dementsprechend schlechte Qualität haben. Im Gegensatz zu diesen Brands, versuchen viele Unternehmen zusammen mit bewussten Konsumenten den Slow Use zu unterstützen. Für die Lebensmittel- und Kosmetikindustrie ist das eventuell einfacher als für viele Schuh- und Kleidungshersteller oder für die Technikindustrie. Wenn die Produkte keine Trend-Produkte mehr sind und auch nicht schnell kaputt gehen, woran können diese Unternehmen weiterhin Geld verdienen?

IKEA-Prinzip

Eine gute Idee, wie Slow Use Kreativität und neue Geschäftskonzepte unterstützt ist überraschenderweise IKEAs Konzept der modularen Möbel10. IKEA ist wie Lego für Erwachsene, wo individuelle Teile austauschbar sind. Es ist nicht notwendig, den kompletten Schrank wegzuwerfen, nur weil eine Tür nicht mehr richtig funktioniert. IKEA gibt die Möglichkeit, eine einzige Tür zu kaufen.

Unternehmen wie Fairphone nutzen modulare Teile, um mit Hilfe von einfacher Reparatur die Lebensdauer der Produkte zu verlängern11.

Auch wenn das Unternehmen nicht ganzheitlich in allen Bereichen nachhaltig ist, lohnt es sich trotzdem auch kleine Schritte zu machen. Im „schlimmsten“ Fall entdeckt das Unternehmen ein komplett neues Geschäftskonzept.

Tipps, um Slow Use zu unterstützen:

  • Upgrade-Möglichkeiten anbieten
  • Reparatur und Upstyling Service anbieten
  • Modulare Teile austauschbar machen

Wie kannst du den Slow Use unterstützen und dabei trotzdem profitabel bleiben? Kontaktiere uns, um mit uns zusammen zu brainstormen.

Inspirationen für nachhaltiges Produktdesign

In diesem Artikel haben wir vier Ideen von nachhaltiger Gestaltung der Produkte und Verpackungen präsentiert, sowie das Papaneks Buch als Inspirationsquelle. Wir haben gelernt, wie nachhaltiges Produktdesign nicht nur Kosten reduziert kann, sondern auch wie es das Produkt oft innovativer und cooler dargestellt.

Des weiteren haben wir modulare Produkte und das IKEA-Prinzip erklärt, die den Slow Use unterstützen und den Lebenszyklus von Produkten verlängern können.

Am Ende haben wir ein paar Beispiele aus der Luxusbranche uns angeschaut und gezeigt, dass auch da Nachhaltigkeit möglich ist.

Wir hoffen, dass wir dich damit motivieren können, dein nächstes Produkt anders zu gestalten. Und wenn du dabei Unterstützung benötigst, kannst du uns jederzeit kontaktieren.

 

Quellen:

  1. Victor Papanek “Design for the Real World”
  2. Puma Fuse Clever Little Bag
  3. Lush
  4. True Fruit Smoothies
  5. Nike Air Max Verpackung
  6. Miniwiz
  7. Nike Air Max Verpackung Videovorstellung
  8. Miu Miu Upcycled Kollektion
  9. Walid Damirji Möbel
  10. IKEA
  11. Fairphone

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